Bild: DKJS / Jörg Farys

Patrick Stephan von der Fridays For Future-Bewegung über die Bedeutung von Klimaschutz für die Zukunft der Gesellschaft

Beim OPENION-Bundeskongress in Berlin rief Patrick Stephan in einem Impulsvortrag dazu auf, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten – für das Wohl des Planeten und der Gesellschaft. Die Forderungen der Jugendlichen sollten ernst genommen und Klimaziele von der Politik eingehalten werden, bevor es zu spät ist. Wenn der Planet erst zerstört ist, sei es auch zu spät über Rechtspopulismus zu sprechen. Denn „wenn wir Demokratie haben wollen, ist Klimaschutz die Grundlage, die allererste Basis, die wir brauchen, um auch Bildungspolitik in der Schule machen zu können.“ Wie die Fridays For Future-Bewegung entstanden ist und mit welchen Mitteln sie den Klimaschutz einfordert, erfahren Sie im Video:

Viele Jugendliche und Erwachsene nutzten im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit, um mit Patrick Stephan über Strategien und auch Kontroversen der Klimabewegung zu diskutieren. Dabei ging es etwa um die Frage, wie Spaltungen innerhalb der Bewegung entgegengewirkt werden kann. Patrick Stephan schlägt vor, sich auf das gemeinsame Ziel des Klimaschutzes zu konzentrieren und mögliche Differenzen, die es bei anderen Themen gibt, für den Moment zurückzustellen:

„Ich glaube wir müssen uns an dieser Stelle einfach wieder klarmachen: Wir gehen jetzt nicht für Antikapitalismus auf die Straße oder für etwas anderes. Wir gehen einfach dafür auf die Straße, dass wir Klimaschutz machen wollen. Wir haben dieses eine gemeinsame Ziel.“

Auch Bedenken einer Vereinnahmung der Bewegung durch politische Parteien kamen in der Diskussion zu Tage. Dazu erzählt ein Schüler aus dem Publikum, wie die Fridays for Future Bewegung in seiner Region mit dieser Frage umgeht:

„Bei uns haben wir das so gelöst, dass Jugendorganisationen Teil vom Bündnis sein können, richtige Parteien nicht. Es sind auch keine Parteiflaggen erlaubt auf den einzelnen Demos. Ich finde es einfach wichtig, dass im Vordergrund steht, eine Bewegung zu zeigen und gemeinsam für die gleiche Sache zu kämpfen. Und, dass es dann vielleicht auch egal ist, in welchen Kontexten man sich sonst so engagiert.“

Der Umgang der Schulen mit den Klimastreiks ist weiterhin ein wichtiges Thema für alle Beteiligten. Das Publikum diskutierte angesichts der Tatsache, dass einige Schulen immer noch Fehltage für die Teilnahme am Streik vergaben, ob der Druck auf die Schulen und Behörden zur Anerkennung der Klimastreiks erhöht werden müsse. Eine Jugendliche aus Schleswig-Holstein war mit Patrick Stephan einer Meinung:

„Da müssen wir auf jeden Fall nochmal etwas an der Bildung ändern, dass die Schulen dann auch mal in der Lage sind zu sagen: ja, es ist okay, wenn unsere Schüler für das Klima auf die Straße gehen.“

Zwei Lehrkräfte gaben allerdings zu bedenken, dass der Druck zur Änderung des Schulrechts nicht unbedingt der Sache diene.

„Ich kann euch nur darin unterstützen: geht trotzdem! Und das „trotzdem“ ist viel wirkungsvoller, als wenn die Schule euch freigibt“ riet eine ehemalige Lehrerin.

„Ich weiß, dass öffentlicher Druck immer ein gutes Mittel ist, um Dinge zu erreichen. Aber ich glaube, im Bereich Schule ist es manchmal kontraproduktiv. Durch den Druck ist es so, dass die ganzen Behörden sehr unruhig werden und auf einmal dann viel härter durchgreifen, als sie es vorher gemacht hätten. Das heißt diese Gespräche unter vier Augen, in Schulen, wie sie das klären sollen, ist manchmal wirkungsvoller und besser für die Sache als wirklich über die öffentliche Schiene zu gehen“, merkte ein Lehrer aus Freiburg an.