Vortrag von Prof. Tim Engartner über den Umgang mit Rechtspopulismus
Foto: DKJS/Andi Weiland

Keynote von Prof. Dr. Tim Engartner zum Umgang mit antidemokratischen Strömungen in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft

Zunehmende anti-demokratische Strömungen erfordern ein offenes und handlungssicheres Bekennen zu demokratischen Werten. Prof. Dr. Tim Engartner von der Goethe-Universität Frankfurt am Main ging in seiner Keynote „Demokratiebildung in Zeiten des Populismus: Was ist zu tun?“ den Fragen nach, inwiefern Demokratiebildung sich dem Populismus entgegenstellen kann und was Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft tun können, um dies zu fördern.

Zu den Entwicklungen, die dem Populismus den Weg bereitet haben, gehören Verfehlungen der Politik, finanzielle Ungleichverteilung und folglich die soziale Spaltung der Gesellschaft.

„Die Angst vor dem Abstieg innerhalb der Gesellschaft ist die größte Triebfeder des Rechtspopulismus“ so Engartner.

Den Unmut der Bürgerinnen und Bürger aufzufangen, werde dann zur Aufgabe der politischen Bildung gemacht. Aber Bildung könne nicht die Allzweckwaffe im Kampf gegen Rechtspopulismus sein, räumt Tim Engartner ein. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung, wo mit gezielter Desinformation "parafaktische Welten“ geschaffen werden und ein Individualisierungstrend einem gesamtgesellschaftlichen Denken gegenüberstehe, sei Haltung gefordert. Lehrkräfte dürfen und müssen klare demokratische Positionen bekennen und verteidigen, im staatlichen Auftrag. Aber Demokratiebildung müsse auch an den Orten stattfinden, an denen sie bisher nicht vertreten war. Als Brückenbauer zwischen Politik und Bildung, muss sie Menschen wieder dazu befähigen, sich für Demokratie als Staats- und Lebensform zu engagieren:

„Demokratie ist keine anthropologische Konstante, Demokratie muss gelernt werden“.