1. Wer sind die Initiatoren des Projekts?

Initiator des bundesweiten Projektes OPENION – Bildung für eine starke Demokratie ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ein Konzept zur Demokratieförderung im Bildungsbereich entwickelt, welches die Potentiale der Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Partnern befördert und auf enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern setzt.

2. Wie lautet das offizielle Projekt-Wording?

OPENION – Bildung für eine starke Demokratie ist ein bundesweites Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!.

3. Wer sind die weiteren Partner?

Partner des Projektes sind die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe) und der Förderverein Demokratisch Handeln. Derzeit finden Kooperationsgespräche mit den Bildungs- und Sozial- bzw. Jugendministerien der Länder sowie deren geförderten Projekten, Organisationen und Initiativen auf Fach- und Praxisebene der Demokratieförderung und den Landesdemokratiezentren statt. Für eine kontinuierliche Zusammenarbeit werden Beiräte auf Landes- und Bundesebene eingebunden.

Die Projektentwicklung erfolgt dialogisch unter Einbezug der Praxis und fachlichen Beratung der Partner in Bund und Ländern.  OPENION setzt auf eine landesspezifische Umsetzung durch enge Kooperationen mit den zuständigen Ministerien.

4. Was sind die Rollen der einzelnen Akteure in der Umsetzungsphase von OPENION?

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ist Projektträgerin, steuert und kontrolliert alle operativen Prozesse und koordiniert die Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Bundes- und Länderebene. Sie begleitet die Projektverbünde und unterstützt sie u.a. mit Qualifizierungs- und Vernetzungsangeboten.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Programm finanziell im Rahmen des bundesweiten Programms Demokratie leben!.

5. Wann und wo findet das Projekt OPENION statt?

Die Vorbereitungsphase des Programms hat im Mai 2017 begonnen. Seitdem finden in den Bundesländern Kooperationsgespräche statt. Insgesamt hat OPENION eine Laufzeit bis Ende 2019. Ab 2018 werden bundesweit über 200 Projektverbünde für mindestens ein Schuljahr gefördert.

6. Wie viel Geld wird durch das BMFSFJ in das Projekt investiert?

Das BMFSFJ unterstützt das bundesweite Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogrammes Demokratie leben! mit insgesamt rund 6,8 Millionen Euro.

7. Wofür steht der Projektname?

Der Projektname OPENION – Bildung für eine starke Demokratie ist ein Kunstwort, eine Mischung der Wörter

  • „Opinion“ – für eine klare soziale Haltung und offene Meinungsfähigkeit
  • „open“ – für die Aufgeschlossenheit im demokratischen Dialog
  • „on“ – für die Aktivierung zeitgemäßer Demokratiebildung sowie für Kinder und Jugendliche, die selbst in der Demokratie aktiv und mündig sind

Bildung für eine starke Demokratie: OPENION befähigt  Kinder und Jugendliche, in der Demokratie souverän und sozial verantwortlich zu handeln. Sie werden ermutigt, in einer offenen Gesellschaft agieren zu wollen, in der ein Meinungsaustausch gelebt wird, der die Würde aller wechselseitig anerkennt. Dafür sind Bildungsangebote erforderlich, die Demokratie im Alltag erfahrbar machen und die Jugendlichen mit ihren Themen in den Mittelpunkt stellen.

8. Wie ist OPENION in das Bundesprogramm Demokratie leben! eingeordnet?

OPENION – Bildung für eine starke Demokratie ist ein bundesweites Modellprojekt im Themenfeld „Demokratieförderung im Bildungsbereich“ des Programms Demokratie leben! des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

9. Was unterscheidet das bundesweite Projekt OPENION von den Strukturprogrammen Landesdemokratiezentren und Lokale Partnerschaften für Demokratie?

Die „Landesdemokratiezentren“ fungieren als Ansprechpartner für die Akteure im Programm Demokratie leben! und sind für die Ausgestaltung einer nachhaltigen Informations- und Vernetzungsstruktur auf Landesebene zuständig. Sie tragen dafür Sorge, dass ein breites Angebot an Beratungsleistungen für die Arbeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bereitgestellt wird.

„Lokale Partnerschaften für Demokratie“ unterstützen in ganz Deutschland kommunale Gebietskörperschaften (Städte, Landkreise und kommunale Zusammenschlüsse) dabei, Partnerschaften für Demokratie als strukturell angelegte lokale bzw. regionale Bündnisse aufzubauen. Anhand der lokalen Gegebenheiten und Problemlagen entwickeln sie gemeinsam eine – auf die konkrete Situation vor Ort – abgestimmte Strategie zur Demokratieförderung.

OPENION agiert im Themenfeld Demokratieförderung im Bildungsbereich an der Schnittstelle von Schule und außerschulischen Partnern. Um die landesspezifische Ausgestaltung von OPENION auf die Bedarfe vor Ort abstimmen zu können und synergetisch mit den landesweiten Programmen und Akteuren zu agieren, sind die „Landesdemokratiezentren“ und „Partnerschaften für Demokratie“ wichtige Ansprechpartner für das Programm.

10. Woraus ergibt sich der Bedarf für ein bundesweites Projekt wie OPENION?

Im Februar 2017 hat das BMFSFJ den 15. Kinder und Jugendbericht „Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ vorgestellt. Der Bericht zeichnet ein aktuelles Bild der Lebenslagen und des Alltagshandelns Jugendlicher und junger Erwachsener und untersucht die Rahmenbedingungen für ihr Aufwachsen. Der Bericht eruiert, dass es einen wachsenden Bedarf an Demokratiebildung im Jugend und Erwachsenenalter gibt:
„Es reichen wenige Stichworte wie – Rechtspopulismus, Skepsis gegenüber der Demokratie, Vorbehalte gegenüber Rechtsstaat und Pressefreiheit, wachsende Komplexitäten im Gefolge von Globalisierung und dem Zusammenwachsen Europas, die neue Rolle der sozialen Medien im Bereich öffentlicher Meinungsbildungsprozesse (…), um dies zu verdeutlichen“ (15. KJB, S. 425)

Drei zentrale Aussagen des Jugendberichts bzw. flankierender Stellungnahmen von der Bundesregierung und dem Bundesausschuss Politische Bildung unterstreichen die Notwendigkeit von OPENION:

  1. Demokratie muss im Alltag erfahrbar werden.
  2. Die Frage nach zeitgemäßen Themen und Formaten von Demokratiebildung muss gestellt werden.
  3. Die Potentiale der Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Partnern im Bereich der Demokratiebildung sind nicht ausgeschöpft.
11. Was sind die Ziele von OPENION?

Kern des Programms OPENION – Bildung für eine starke Demokratie ist die Frage:

Wie sehen zeitgemäße Formen von Demokratiebildung aus, die nicht über Jugendliche hinweg, sondern mit ihnen und einem starken Bezug zu ihrer Lebenswelt und ihrem Sozialraum entwickelt werden?

Vor diesem Hintergrund verfolgt OPENION die folgenden Ziele:

  1. Die Projektaktivitäten von OPENION tragen dazu bei, dass Demokratie für Kinder und Jugendliche im Alltagshandeln erfahrbar und Toleranz gegenüber anderen gestärkt wird.
  2. Akteure vor Ort haben die Kooperation von Schule und Jugendhilfe initiiert/eingeübt oder weiterentwickelt.
  3. Gute Ansätze zur Demokratiebildung werden geborgen, geteilt und verbreitet sowie um zeitgemäße Formen der Demokratiebildung erweitert.
  4. Die Umsetzung und Zielerreichung von Landesstrategien zur Demokratieförderung/ Demokratiebildung wird unterstützt und dadurch zur Nachhaltigkeit der unterschiedlichen Vorhaben beigetragen.

Um diese Ziele zu erreichen, agieren wir auf zwei Ebenen:

  • Wir suchen und verbreiten gute und zeitgemäße Ansätze von Demokratiebildung und binden auf diesem Weg systematisch und dialogisch Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Verwaltung, Fachcommunity, Jugendliche sowie Akteure vor Ort ein.
  • Wir fördern bundesweit über 200 Projektverbünde im Bereich Demokratiebildung: OPENION unterstützt gemeinsame Vorhaben von Schulen und außerschulischen Partnern, die darauf ausgerichtet sind, Demokratie im Alltag erfahrbar zu machen, den Austausch miteinander und mit anderen zu stärken sowie neue Themen und Formate auszuprobieren. Die Unterstützung erfolgt durch Projektmittel, inhaltliche Impulse und Angebote zu Vernetzung und Austausch.
12. Wer sind die Zielgruppen von OPENION?

Nutzer- bzw. Praxisebene
I. Erwachsene Begleiterinnen und Begleiter an Schule und außerschulischen ­Einrichtungen, ­z.B. Lehrkräfte und pädagogisches Personal
II. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren in den Projektverbünden


Entscheider- und Gestalterebene
    III.          Akteure in der Demokratieförderung
    IV.          Politik und Verwaltung

13. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Projektverbund“?

Ein Projektverbund besteht aus mindestens einer Schule in Kooperation mit mindestens einem außerschulischen Partner. Dies können Jugendhilfeträger, Akteure der außerschulischen politischen Jugendbildung oder jugendkulturelle Einrichtungen sein.

Die Projektverbünde setzen Vorhaben zur Demokratiebildung von Kindern und Jugendlichen um, basierend auf dem Bedarf vor Ort. Die Projekte beschäftigen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen und ihren Chancen sowie Herausforderungen, wie zum Beispiel der Digitalisierung der Gesellschaft, Migration und der Rolle sozialer Medien. Die Projektverbünde wenden digitale, selbstbestimmte und dialogorientierte Formen der Demokratiebildung an, verbinden traditionelle Ansätze mit neuen Herangehensweisen, erproben diese und entwickeln sie weiter. Alle Projektverbünde schöpfen das Potential der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Partnern, insbesondere mit Blick auf die Beteiligung Jugendlicher, aus.

14. Wie werden die entsprechenden Projektverbünde ausgewählt?

Um von OPENION gefördert zu werden, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Strukturelle Kriterien: Ein Projektverbund besteht aus mindestens einer Schule und einem außerschulischen Partner. Der außerschulische Partner muss gemeinnützig sein und über eine ordnungsgemäße Geschäftsführung verfügen. Der Projektverbund ist langfristig (Mindestlaufzeit ein Schuljahr) angelegt und seine Aktivitäten und Angebote finden regelmäßig statt.
  • Inhaltliche/methodische Kriterien: Das Projekt hat zum Ziel, Demokratie im Alltag erfahrbar zu machen und bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, mitzugestalten und verantwortungsvolle Rollen zu übernehmen. Das Projekt beschäftigt sich thematisch mit aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen und ihren Chancen sowie Herausforderungen. Es orientiert sich methodisch an digitalen, selbstbestimmten und dialogischen Wegen und verbindet traditionelle Ansätze mit neuen Herangehensweisen, erprobt diese und entwickelt sie weiter.
  • Kriterien auf der „Haltungsebene“: Die Projektpartner besitzen eine partizipativ ausgerichtete und kompetenzorientierte Grundhaltung für die gemeinsame Kooperation. Sie haben eine offene Haltung gegenüber neuen Impulsen zu zeitgemäßer Demokratiebildung, dem Praxisaustausch, der Vernetzung und dem Wissenstransfer.

Die Projektverbünde werden im Bewerbungsprozess durch die regionalen Servicebüros der DKJS beraten und unterstützt. Sie reichen zunächst eine Interessensbekundung ein. In einem anschließenden Telefoninterview werden weitere Fragen geklärt und die Bewerbungsunterlagen durch das entsprechende Protokoll vervollständigt. Die Bewerbungen werden durch die DKJS und (falls vorhanden) den Landesbeirat gesichtet und anhand der oben genannten Qualitätskriterien, ggf. landesspezifischer Auswahlkriterien sowie anhand von Strukturmerkmalen ausgewählt.

15. Was sind die Kernformate des bundesweiten Projektes OPENION und wie sieht die konkrete Unterstützung der Projektverbünde aus?
  • Kooperationsdialoge: Kooperationsdialoge in allen Bundesländern dienen dem projektbezogenen Austausch und der Vernetzung mit relevanten Akteuren der Demokratiebildung aus Politik und Verwaltung, Fachcommunity sowie der pädagogischen Praxis. Auf dieser Grundlage entsteht die konkrete Ausgestaltung von OPENION im jeweiligen Land.
  • Inspirationswerkstätten: Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren machen zusammen mit Lehrkräften und pädagogischem Personal an den beteiligten Schulen und außerschulischen Kooperationspartnern und Akteuren der Demokratieförderung im Land gute Praxis der Demokratieförderung sichtbar und setzen wechselseitig inspirierende Impulse. So tragen die Inspirationswerkstätten zur Entwicklung eigener Ideen bei und motivieren die Anwesenden, sich als Projektverbund zu bewerben.
  • Projektmittel und Unterstützungsangebote: Jeder Projektverbund erhält eine einmalige finanzielle Förderung von insgesamt 2.000 Euro. Mit den Mitteln können z.B. Übungsleiter- bzw. Ehrenamtspauschalen, Transport- bzw. ÖPNV-Kosten, Mietkosten oder Sachmittel finanziert werden. Darüber hinaus unterstützt die DKJS die Projektverbünde im Bewerbungsprozess und während ihrer gesamten Laufzeit. Die DKJS ist stetige Ansprechpartnerin für auftretende Fragen während aller Projektphasen und vermittelt ggf. an Expertinnen und Experten. Die DKJS eruiert Fortbildungsbedarfe und entwickelt bedarfsorientierte Angebote. Sie schafft Lernmöglichkeiten zwischen den Projektverbünden und stellt unterstützende Materialien und Tools zur Verfügung. Darüber hinaus berät die DKJS die Projektverbünde in administrativen Fragen.
  • Netzwerktreffen: Während der zweimal jährlich stattfindenden regionalen Netzwerktreffen, präsentieren Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Projektverbünde ihre Aktivitäten, tauschen sich kollegial zu konkreten pädagogischen und organisatorischen Fragen aus und nehmen an qualifizierenden Workshops teil.
  • Qualifizierung: Jeder Projektverbund erhält Unterstützungsangebote in Form von bedarfsorientierten Workshops, Beratungen und Hospitationsmöglichkeiten.
  • Landesbeiräte: Die Gespräche mit den Kultus- und Jugend-/Sozialministerien der Länder münden in die Einrichtung von Landesbeiräten, die die regionale Arbeit fachlich begleiten sowie zu transparenten und ggf. landesspezifischen Auswahlkriterien für die Projektverbünde im Land beraten. Je nach Landeskontext und in Abstimmung mit den jeweiligen Landesvertreterinnen und -vertretern werden dabei auch zentrale Expertinnen und Experten und relevante Stakeholder einbezogen.
  • Online-Portal: Zur Wissenssicherung entsteht ein Online-Angebot, das gute Praxis, Informationen, Angebote sowie Tipps, Tricks und Tools bündelt.
  • Demokratiekongress 2019: Ende 2019 findet ein bundesweiter Demokratiekongress statt, in dessen Rahmen die Projektverbünde ihre Ergebnisse präsentieren und sich über ihre Erfahrungen beim Ausprobieren innovativer Formen von Demokratiebildung austauschen können.
16. Was geschieht mit den Projektverbünden nach Ende der Programmlaufzeit?

Die Projektverbünde werden nicht nur finanziell unterstützt, sondern durch die DKJS auch aktiv begleitet, um sie über die Förderdauer hinaus tragfähig zu machen. Dabei werden Strukturen und Prozesse etabliert oder ausgebaut, damit die Arbeit langfristig fortgesetzt werden kann.

17. Wie wird der Erfolg von OPENION „gemessen“?

Das Programm wird wie alle Projekte im Bundesprogramm Demokratie leben! des BMFSFJ vom Deutschen Jugendinstitut evaluiert.

OPENION erprobt zeitgemäße Beispiele von Demokratiebildung innerhalb der Projektverbünde und bereitet die Ergebnisse für einen breiten Kreis an Akteurinnen und Akteuren der Demokratieförderung/Demokratiebildung auf. OPENION ist erfolgreich, wenn die Potentiale der Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Partnern weiter ausgeschöpft werden. OPENION ist außerdem erfolgreich, wenn Synergien mit weiteren Akteuren in Bund und Land geschaffen wurden und OPENION als Ressource für die Weiterentwicklung bundes- und landesspezifischer Strategien zur Demokratiebildung beigetragen hat.