Sie haben noch Fragen zum Thema Projektverbund? Hier finden Sie Antworten.

1. Was ist ein Projektverbund? Was macht ein Projektverbund?

Ein Projektverbund besteht mindestens aus einer Schule und einem außerschulischen Partner. Die Verbünde können dabei aus bestehenden schulischen und außerschulischen Kooperationen geschlossen, bzw. weitergeführt werden. Bestehende Partnerschaften, die bereits gut funktionieren, können sich im Rahmen des Projektverbundes weiterentwickeln und ihre Kooperationen ausbauen.

Darüber hinaus sind auch Projektverbünde ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben, die erstmals eine Kooperation miteinander eingehen. Dabei liegt ein Augenmerk auch auf niedrigschwelligen Formaten, auch um die Herausforderungen nicht zur Überforderungen werden zu lassen.

Eine Schule und mindestens ein außerschulischer Partner arbeiten mit Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren in einer konstanten, partizipativen Kooperation (über mind. ein Schuljahr) bedarfsorientiert zusammen. Inhaltlich befassen sich die Projektverbünde mit dem Themenkomplex „zeitgemäße Formen der Demokratiebildung“ in Form von lebensweltorientierten Medien- und Jugendkulturprojekten.

In jedem Bundesland sollen durchschnittlich 15 Projektverbünde starten, so dass bundesweit etwa 200-250 Projektverbünde aktiv sind. Dabei richtet sich die genaue Anzahl an Verbünden nach Interesse und Größe des Bundeslandes sowie nach der tatsächlichen Nachfrage.

2. Warum eine gemeinsame Kooperation?

In der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit gibt es viele spannende Ideen, um Kindern und Jugendlichen Demokratie nahezubringen. Ideen, die auch für die Schule sinnvoll und wichtig sind und für die insbesondere die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern bereichernd sein kann. In Kooperationen können Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten von Schule und außerschulischen Partnern zusammenkommen. Auf diese Weise können über die gemeinsame Projektumsetzung hinaus bestehende Kooperationen gestärkt und ausgebaut werden sowie neue Kooperationspartner für eine dauerhafte Zusammenarbeit gewonnen werden.

3. Wer ist Teil des Projektverbunds?

Partner im Projektverbund sind Akteure der Schule wie pädagogisches Begleitpersonal (Lehrkräfte und Sozialpädagoginnen und -pädagogen) sowie Träger der Jugendhilfe, wie beispielsweise außerschulische politische Bildungseinrichtungen, medienpädagogische Einrichtungen, Jugendtreffs u.a. und Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 16 Jahren selbst.

4. Wie kann ein Projektverbund organisiert sein?

Ein Verbund kann im Rahmen der Ganztagsschule, als AG, im Rahmen des Unterrichts, als Projekt oder im Rahmen der (demokratischen) Schulentwicklung stattfinden.

Der Projektverbund sollte zudem im Sozialraum verortet sein (an der Schule oder in Räumlichkeiten des außerschulischen Partners).

Es kann für einen Projektverbund mehr als einen Partner geben, wie an folgendem Beispiel verdeutlicht: Ein Verbund setzt sich mit dem Thema Fake News auseinander und arbeitet mit einem Medienpartner und der lokalen Zeitung zusammen.

5. Welche inhaltlichen Leitlinien sind für den Projektverbund relevant?

Der Projektverbund sollte sich bedarfsorientiert an Fragestellungen zu „zeitgemäßer Demokratiebildung“ orientieren, das bedeutet:

  • sich thematisch mit aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen und ihren Chancen sowie Herausforderungen beschäftigen (beispielsweise Digitalisierung der Gesellschaft und ihre Auswirkung auf Meinungsbildungs- und Aushandlungsprozesse, Inklusion, Partizipation und Teilhabe in der Migrationsgesellschaft, Umgang mit zunehmend rechtsextremen und demokratiefeindlichen Tendenzen)
  • sich methodisch an selbstbestimmten, innovativen und dialogorientierten Wegen orientieren und traditionelle Ansätze mit neuen Herangehensweisen und Impulsen verbinden und diese erproben und ggf. weiterentwickeln.
  • hinsichtlich der Kooperation die Potentiale der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Partnern ausschöpfen.
6. Worauf zielen die Projektverbünde ab?

Ziel ist es einerseits,

Kooperationen zwischen Schule und außerschulischem Partner zu festigen bzw. auszubauen und andererseits, wirksame, erprobte Impulse und Ansätze zeitgemäßer Demokratiebildung zu verbreiten und auszubauen.

Durch Vernetzungs- und Hospitationsangebote soll ein Wissenstransfer hinsichtlich zeitgemäßer Demokratiebildung/Kooperation gewährleistet und im Dialog weiterentwickelt werden.

  • Für Kinder und Jugendliche bedeutet dies, dass sie die Wirksamkeit ihres eigenen Handelns im Rahmen der Projektumsetzung erleben. Beispielsweise im Rahmen von Medien- und Jugendkulturprojekten, die in ihrer Lebenswelt ansetzen und die der Projektverbund gemeinsam organisiert. Sie lernen unterschiedliche Wertvorstellungen und Meinungen kennen, können in Aushandlungsprozesse treten und die Bedeutung demokratischer Prinzipien, insbesondere einem toleranten Miteinander, erfassen.
  • Für die pädagogischen Begleiterinnen und Begleiter der Kinder und Jugendlichen bedeutet dies, dass sie in der Lage sind, junge Menschen auf diesem anspruchsvollen Weg der demokratischen Identitätsbildung zu begleiten.
  • Für die gemeinsame Zusammenarbeit bedeutet dies, dass Akteure aus Schule und außerschulischer Einrichtung entlang eines gemeinsamen Projektes zur Demokratieförderung von Kindern und Jugendlichen vor Ort beitragen und durch die Kooperation die Gelingensbedingungen der Zusammenarbeit erfahren und diese mit anderen Projektverbünden teilen.
7. Welche Unterstützung erhält der Projektverbund durch OPENION?

Der Projektverbund erhält Projektmittel in Höhe von 2000€, die den Verbünden für Sachkostenaufwände bei der Umsetzung ihrer Vorhaben vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

Zweimal jährliche Netzwerktagungen je Bundesland dienen dem Austausch von Erfahrungen, der kollegialen Beratung sowie der Qualifizierung zu gemeinsamen Fachthemen. Darüber hinaus können die Projektverbünde mittels Hospitationsreisen die Arbeit anderer Verbünde vor Ort kennen lernen und so voneinander lernen.

Je nach Thema und Vorhaben der einzelnen Projektverbünde können sich individuelle Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe ergeben, die beispielsweise im Rahmen von Workshops, Seminaren, u.a.

mit Experten und Expertinnen vor Ort aufgegriffen werden können. Diese Angebote werden durch OPENION organisiert.

Die Begleitung der Projektverbünde geschieht durch die jeweiligen Servicebüros des Projektes, die beispielsweise Kontakte zu anderen guten Beispielen vermitteln, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote organisieren und Materialien für die Arbeit vor Ort zur Verfügung stellen.

Wir unterstützen Sie gern zu Fragen und Themen rund um Ihre lokale Öffentlichkeitsarbeit zu den Projektverbünden, beispielsweise mit einem digitalen Starter Kit sowie Workshops etwa zur Sichtbarmachung des Projektvorhabens.

Unsere Homepage dient dazu, die Projektverbünde kontinuierlich bspw. mit Materialien, Informationen und Methoden und Guten-Projektbeispielen im Sinne einer Vernetzung zu unterstützen.

8. Wie läuft das Bewerbungsverfahren für einen Projektverbund ab?

Die Auswahl der Projektverbünde erfolgt auf Grundlage allgemeiner sowie zum Teil spezifischer Kriterien in einzelnen Bundesländern, die den Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen sind. Die Auswahl erfolgt durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung oder den jeweiligen Landesbeirat des Projektes OPENION.

Für die Auswahl sind folgende allgemeine Auswahlkriterien die Grundlage:

Inhaltliche und methodische Kriterien: Die Projektverbünde greifen zeitgemäße Fragestellungen aus dem Kontext Demokratiebildung auf und orientieren sich in einer partizipativ ausgerichteten Umsetzung an Sozialraum und Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen.

Zusammenarbeit: Für die Zusammenarbeit ist es wichtig, dass Ansprechpersonen benannt werden (jeweils Schule und außerschulischer Partner). Eine Kooperation wird über den Zeitraum eines Jahres mit regelmäßigen Treffen aller am Projektverbund Beteiligten angestrebt. Der Projektverbund bzw. mindestens einer der Verbundpartner ist in der Lage räumliche, zeitliche und personellen Ressourcen zu stellen.

Strukturkriterien: Neben einer thematischen Vielfalt in den Projektverbünden wird eine regionale Verteilung der Projektverbünde in den Bundesländern sowie eine Mischung der Altersgruppe und Schulformen angestrebt.

Formale Voraussetzung: Der außerschulische Partner ist in der Jugendhilfe aktiv und verfügt über eine ordnungsgemäße Geschäftsführung (Voraussetzung für den Zuwendungsvertrag, der mit dem außerschulischen Träger geschlossen wird).

 

9. Wann ist ein Projektverbund "erfolgreich"?

Ein Projektverbund verläuft erfolgreich, wenn…

  • der Projektverbund fortlaufend und regelmäßig zusammenarbeitet und die Rollen transparent und nachvollziehbar verteilt sind.
  • Beteiligung Jugendlicher über ein Jahr gelingt und sich weiterentwickelt und dabei innovative Partizipationsmethoden angewendet werden.
  • die Zusammenarbeit reflektiert wird.
  • Teilziele festgelegt und überprüft werden.
  • wesentliche Projektabschnitte dokumentiert und öffentlich gemacht werden (z.B. über die Homepage).
  • der Projektverbund anschlussfähig bleibt und bspw. Optionen zur Weiterarbeit nach einem Jahr bietet.
  • Offenheit für neue Impulse und Ansätze da ist und die Bereitschaft besteht, diese auszuprobieren und zu reflektieren.
  • die Projektverbünde ihren Qualifizierungsbedarf herausarbeiten und benennen können.
  • Wissen und Erfahrungen regelmäßig im Rahmen von Netzwerktreffen oder über die Homepage geteilt werden.